Sternenhimmel vor der (Großstadt)-Tür

Vor ein paar Wochen habe ich angefangen den Nachthimmel, nach den Hochzeitsparties, zu fotografieren. Und ich habe gefallen dran gefunden. So einen Nachthimmel in einer sternenklaren Nacht schau ich mir einfach wahnsinnig gerne an und es hat für mich schon einen philosophischen Touch. Vor allem wenn man einfach nur da steht, nach oben schaut um einen herum einfach nichts zu hören ist und man nur seine eigenen Gedanken flüstern hört…

Nun wohnt aber nicht jeder so tief in der Einöde, dass er nachts einen klaren Sternenhimmel sehen kann. Ich lebe in Düsseldorf – um mich herum Duisburg, Essen, Köln, Mönchengladbach, Wuppertal, etc. Also ein richtiges Lichterinferno.

Ich habe aber nicht unbedingt Lust für ein paar Sternenfotos, extra in die Alpen zu fahren oder nach Australien zu fliegen oder sonstwo 500km weit in ein lichtsmogarmes Gebiet. Aber es gibt solche Orte hier in der Nähe. Zwar nicht mit dem Outback in Australien zu vergleichen, aber für unsere Verhältnisse hat man schon eine extrem gute Sicht auf den Nachthimmel.

Das Foto habe ich in Solingen gemacht:

solingen_nachthimmel

Dafür, dass das Foto mitten in Solingen gemacht wurde sieht man schon erstaunlich viele Sterne. Aber ich wollte noch mehr drauf bekommen – dafür musste eine lichtarme Gegend her. Fündig wurde ich im Westmüsnterland. Also hab ich mir die Nadine geschnappt und wir sind losgezogen. Eine knappe Stunde Autofahrt hat es gedauert. Aber schon als wir von der Autobahn runter waren konnte man vom schon Sterne beobachten, wie man sie selbst in den Vororten der Größstädte nicht sieht. Und als wir dann letztendlich angekommen sind und unsere Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, bot sich uns ein wunderbarer Sternenhimmel. Aber erstmal staunen und wirken lassen – nach ein paar Minuten fing dann die Fotografiererei an.

Ich möchte nun ein paar Fotos zeigen, die ich gemacht habe und zeigen, dass man nicht um die halbe Welt fliegen muss um mit einfachen Mitteln einen anständigen Sternenhimmel aufs Foto zu bekommen.

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Wo und wie habe ich die Fotos nun gemacht? Der Ort in dem wir waren heißt Krommert und liegt südlich von Rhede. Für jemanden wie mich, der von unendlich vielen Lichtquellen umringt ist, ist so ein Anblick schon atemberaubend. Am Horizont sieht man Licht aus den Städten Bocholt, Bottrop und Dorsten. Man könnte hier auch natürlich auch tiefer ins Weltall fotografieren und womöglich gute Deep Sky Aufnahmen hinbekommen. Aber dazu fehlt mir das Equipment und auch die Lust auf die ganze Bearbeitung danach. Außerdem habe ich es viel lieber den Sternenhimmel mit der Erdoberfläche zu kombinieren. So wie hier in Flamersheim:

nachthimmel_flamersheim

Womit habe ich fotografier? Fotografiert habe ich mit meiner Nikon D4 und meinem Fisheye 16mm 2.8 von Nikon vom Stativ aus. Die ISO immer so zwischen 1600-3200 und die Blende ganz offen. Die Belichtung variierte auch zwischen 10-25 Sekunden. Bei einem extremen Weitwinkel macht sich die lange Belichtungszeit nicht bemerkbar. Aber wenn man schon etwas näher ranzoomt sieht man wie sich die Sterne schon nach ein paar Sekunden in die Länge ziehen. Wer selber mal Sterne fotografieren und sich mehr damit beschäftigen möchte, dem empfehle ich einen Blogeintrag von Gwegner.de zum Thema “Planeten, Sterne und Deep Sky fotografieren”. Und ja, die Fotos wurden mit Lightroom noch ein wenig bearbeitet. Grob gesagt habe ich die Wirkung der Sterne verstärkt. Das geht z.B. ganz gut mit dem “Klarheits”-Regler.

Den nächsten Ort habe schon bereits erspäht. Ende Oktober wird es uns in ein Nachbarland verschlagen. Auch nicht viel weiter als Krommert. Man darf gespannt sein 🙂

In diesem Sinne, lebt lang und in Frieden.
Dariusz

Hier könnte ein cooler Spruch von Einstein stehen. Aber stattdessen gibt's das: